

Binnenschiffahrt in Europa
Ausbildungg
zitiert von:
http://www.elwis.de/Verkehrswirtschaft/forum-binnenschifffahrt/Endbericht-Forum-Binnenschifffahrt.pdf
http://www.elwis.de/Verkehrswirtschaft/forum-binnenschifffahrt/Endbericht-Forum-Binnenschifffahrt.pdf
Forum Binnenschifffahrt und Logidstik "Handlungskonzept"
Ausbildung und Beschäftigung in der BinnenschifffahrtDie mit der Binnenschifffahrt vielfach verbundenen schwierigen Rahmenbedingungen haben die Binnenschifffahrt entgegen dem allgemeinen Trend in der Logistik aus Sicht der Arbeitnehmerseite zu einem unattraktiven Ausbilder und Arbeitgeber werden lassen.
Erst ab 2000 kommt es zur allmählichen Trendumkehr im Ausbildungsverhalten. Den entscheidenden Anstoß gibt das BMVBW mit einer finanziellen Förderung (Zuschuss bis zu 50 % der Ausbildungskosten). Erstmals zur Ausbildung genutzt werden ferner die Vorteile des 1997 vom Gewerbe gegründeten Vereins „Ausbildungsinitiative Binnenschiffahrt Abi“. Er bietet eine Plattform für Ausbildung im Verbund und nimmt den Betrieben den „administrativen Ballast“ der Ausbildung ab – speziell für Kleinbetriebe ein wichtiger Gesichtspunkt.
Der positive Trend wird durch die Revision der Besatzungsvorschriften für die Rheinschifffahrt – in Kraft seit 01.07.2002 – gestützt. Sie sieht mehr Ausbildungs15 stellen im Bemannungstableau vor. Auszubildende können bereits im 3. Jahr anstelle eines Matrosen eingesetzt werden. Schließlich zeichnet sich ein zunehmendes Ausbildungsinteresse in der stark wachsenden Fahrgastschifffahrt ab. Nach der Statistik der letzten drei Jahre stabilisiert sich die Ausbildung so bei durchschnittlich 90 Neuabschlüssen pro Ausbildungsjahr. Die Anzahl der Beschäftigten zu deutschen Tarifbedingungen ist in den letzten Jahren ständig zurückgegangen. Das liegt einmal daran, dass die Anzahl der Schiffe seit 1993 ständig abnimmt und die Schiffsbesatzungen kleiner werden. Darüber hinaus haben Reedereiunternehmen aus Kostengründen die deutschen Binnenschiffer unter Nicht-Anwendung der deutschen Steuer- und Sozialvorschriften nach Luxemburg ausgelagert. Andernfalls hätten diese Arbeitsplätze nicht aufrechterhalten werden können.
Im Sog der Erweiterung der Europäischen Union um Staaten mit einem geringeren Lohn- und Leistungsniveau ist es insgesamt in Europa, so auch in Deutschland, vermehrt zu Beschäftigung von Binnenschiffern aus europäischen Staaten, die nicht Mitglied der Europäischen Union sind, gekommen.
Ohne Förderung oder im Falle einer Reduzierung der Förderung durch das BMVBW wird die Ausbildung in der deutschen Binnenschifffahrt abrupt wieder auf eine sehr niedrige Quote zurückfallen. Vor allem im Vergleich zu den Konkurrenzunternehmen in Belgien und in den Niederlanden hat der deutsche Betrieb wesentlich höhere Kosten für die Ausbildung zu tragen. In Deutschland ist der Betrieb ausschließlicher Kostenträger, in Belgien und in den Niederlanden dagegen zum überwiegenden Teil der Staat.
Handlungsbedarf:
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Entscheidend für das zukünftige Ausbildungsverhalten der Betriebe ist, ob es gelingt, die Ausbildungskosten anzupassen. Als eine Maßnahme haben die Sozialpartner der deutschen Binnenschifffahrt in der Tarifrunde 2003 die monatliche Vergütung für Ausbildungsverträge ab 01.01.04 um durchschnittlich 10 % gesenkt und drei freie Tage gekürzt. Ein wichtiger Schritt zur Zielerreichung ist außerdem mit der in 2004 eingeleiteten Initiative zur Harmonisierung der Berufsprofile im europäischen Maßstab getan; sie zielt zudem auf ein Europa16 einheitliches Qualifikationsniveau. Eine unveränderte Fortschreibung des Förderungsprogramms des BMVBW bleibt unverzichtbar.
- Der Prozess der inhaltlichen und strukturellen Veränderung der beruflichen Bildung ist mit den aufgezählten Maßnahmen und den Beratungen über die Neuordnung der Ausbildung in der deutschen Binnenschifffahrt, die vor dem Abschluss stehen, progressiv angestoßen worden.
- Im Interesse gleicher Wettbewerbsverhältnisse für die Unternehmen und sozial tragfähiger Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen, wird es für vordringlich gehalten, zielstrebig auf eine Harmonisierung der Arbeits- und Sozialgesetzgebung in der gesamten Europäischen Union hinzuarbeiten. Bis dahin müssen gemäß den EU-Verträgen Bürger aus den neuen Mitgliedstaaten zu den gleichen Arbeits- und Sozialbedingungen wie die Bürger aus den alten Mitgliedsstaaten beschäftigt werden, so der neue französische Vizepräsident der EU-Kommission, Jacques Barrot. Beides ist zur Sicherung von nationaler Beschäftigung erforderlich.
- Zur Abrundung der vorstehenden Maßnahmenpakete sollte darüber hinaus in einem Bündel von Kampagnen, vor allem bei Kleinunternehmen für mehr Kooperation in der Ausbildung, bei den Bundesländern für die bundesweite Zulassung von Schülerbetriebspraktika in der Binnenschifffahrt, bei der Arbeitsverwaltung für eine positivere Haltung zur Berufstätigkeit in der Binnenschifffahrt und in der öffentlichen Meinung für ein besseres Image von Branche und Beruf geworben werden.
zitiert von:
http://www.elwis.de/Verkehrswirtschaft/forum-binnenschifffahrt/Endbericht-Forum-Binnenschifffahrt.pdf
http://www.elwis.de/Verkehrswirtschaft/forum-binnenschifffahrt/Endbericht-Forum-Binnenschifffahrt.pdf
