

Die Deutsche Marine
Partner des Schiffer-Berufskolleg RHEIN==> weitere Bilder
Sicherheitstraining am Ausbildungszentrum
Schiffssicherung der Marine in Neustadt
Die Schülerinnen und Schüler der Oberstufen der Binnenschifffahrt am Schiffer-Berufskolleg RHEIN fahren eine Woche zum Sicherheitszentrum der Marine in Neustadt und führen dort theoretische und vor allem praktische Übungen zum Thema: "Sicherheit an Bord" durch. Diese Fahrt soll als Praktikum im Projekt "Sicherheit an Bord und Land" fest verankert werden.
Sicherheitstraining in Neustadt
[Bilder von der Übung Neustadt 2006]Die Oberstufenschülerinnen und -schüler der Binnenschifffahrt am Schiffer-Berufskolleg RHEIN trainierten am Ausbildungszentrum Schiffssicherung der Marine in Neustadt. Begleitet werden sie vom Schulleiter des Schiffer-Berufskolleg RHEIN, einem Vertreter der Binnenschifffahrts-Berufs- genossenschaft und einem Vertreter vom Schulschiff RHEIN. Der Leiter der Seeausbildung am Ausbildungszentrum der Marine und zwei seiner Ausbilder stellen für die Schiffsjungen und Schiffsmädchen ein interessantes Programm zusammen. Sie haben den Ausbildungsplan, den die Marine im Rahmen ihrer Landausbildung absolvieren, auf die Bedürfnisse der Binnenschifffahrt zugeschnitten.
Nach der offiziellen Begrüßung werden den Gästen die Aufgaben und das Ziel des Ausbildungszentrums in einem Kursreferat erläutert. Der Begriff „Schiffssicherung“, den das Ausbildungszentrum in ihrem Namen führt, verkörpert in der Marine einen wesentlichen Teil der Schadensabwehr auf Schiffen und Booten.
Geschult wird in folgenden Lernfeldern:
Nach einer ausführlichen Besichtigung aller Einrichtungen, beginnt die theoretische Einweisung in die Weihen der Schiffssicherung. Die beiden Ausbilder stimmten die Binnenschiffer richtig ein.
- den Brandabwehrdienst
- den Leckabwehrdienst
- den ABC-Abwehrdienst
- den Rettungs- und Bergungsdienst
- Sanitätsdienst sowie
- den Tauchdienst incl. Tauchersanitätsdienst.
Nach einer ausführlichen Besichtigung aller Einrichtungen, beginnt die theoretische Einweisung in die Weihen der Schiffssicherung. Die beiden Ausbilder stimmten die Binnenschiffer richtig ein.

Am Nachmittag wird es ernst. In der Brandhalle stehen die Brandbekämpfung mit Pulver, CO2, Wasser und Schaum – erst theoretisch und anschließend praktisch - auf dem Plan. Besonders beeindruckend ist eine Löschdüse, die den Retter mit einem Schild aus feinem Wasser schützt – und welche die Hitze dann fast völlig fernhält.

Mit voller Ausrüstung und Gerät geht es anschließend in einem abgedunkelten Hindernis-Parcours. Hier zeigen sich sehr schnell die Schwachstellen, die bei angelegtem Atemschutzgerät auftreten.
Die Übung erfordert von den Schiffsmädchen und Schiffsjungen ein hohes Maß an Fitness. Die Trainees aus Duisburg können ebenfalls ihren Orientierungssinn in den fremden Räumen testen.
Am darauf folgenden Tag dürfen die Schülerinnen und Schüler an mehreren Lecks ihr Können demonstrieren.
Die Aufgaben, Löcher und Risse mit „Bohlen, Bretter, Keile und Lappen“ zu verschließen, erweist sich als nicht einfach. Bei den glatten Wänden besteht die erste Herausforderung, zwischen den Spanten geeignete Ansatzpunkte zu finden. Anschließend müssen sie die Bohlen und Kanthölzer zurecht sägen, verkeilen, und damit das Leck stopfen.

Das Gelernte wird danach auf einem echten Schiff weiter vertieft. Die ehemalige Fregatte Köln, die eigens für diese Übungen umfunktioniert wurde, bietet entsprechende Übungsmöglichkeiten. Ein Oberbootsmann demonstriert den jungen Leuten, wie man sich zu verhalten hat, wenn ein benachbarter Raum aufgrund eines Schadens vollgelaufen ist. Mit sehr viel Gefühl führt er die zukünftigen Binnenschifferinnen und Binnenschiffer an ihre Aufgabe heran. Sie werden sehr schnell den Schaden feststellen, das Schott der Nachbarsektion entsprechend absichern und sehr vorsichtig die Vorreiber der Tür öffnen. Für alle völlig überraschend, schießt das Wasser aus dem Nachbarraum in den Raum. Trotz Schutzanzüge fühlt jeder die Kälte, denn das Ostseewasser hat im Winter eine maximale Temperatur von 4°C.
Einen Tag später werden die Duisburger schließlich auch noch – im wahrsten Sinn des Wortes - ins kalte Wasser geworfen.

Sie müssen von einer fünf Meter hohen Wand eine Rettungsinsel in das Wasser werfen, aktivieren und über eine Kletternetz besteigen. Der Vorgang erfolgt mit angelegter Schwimmweste. Die Wellen im Schwimmbad von Neustadt schaukeln die Auszubildenden regelrecht durch. Und weil es so schön ist, ging es, über das Kletternetz, zurück auf den Turm.
Der neue Auftrag lautet, springen und Rettungsweste aktivieren. Im Wasser heil angekommen, ist der Spuck noch nicht vorbei, denn mit aufgeblasener Schwimmweste und angelegtem Schutzanzug muss noch die Rettungsinsel erreicht werden.
Der neue Auftrag lautet, springen und Rettungsweste aktivieren. Im Wasser heil angekommen, ist der Spuck noch nicht vorbei, denn mit aufgeblasener Schwimmweste und angelegtem Schutzanzug muss noch die Rettungsinsel erreicht werden.
Nach den aktiven Löschübungen in der Brandhalle, den Leckübungen an Bord und den Rettungsversuchen in der Schwimmhalle geht es am letzten Tag zum Tauchtopf. Der Tauchtopf, der immerhin eine Wassertiefe von 32 m aufweist, ist der letzte Besichtigungspunkt in Neustadt. Ein Oberbootsmann erklärt den Schülerinnen und Schülern die Aufgabe dieser Ausbildungsstätte. Die Ausbilder dieser Einheit demonstrierten, wie man ohne zusätzliches Tauchgerät bis zum tiefsten Punkte tauchen kann und anschließend in ca. 2,5 Minuten die 32 Meter ohne zusätzliche Luftzufuhr überwinden kann.
Der Besuch bei der Marine war und ist für die Auszubildenden stets ein voller Erfolg.
Auch wenn die zukünftigen Binnenschiffer hoffentlich nie in die Verlegenheit kommen, tatsächlich das Gelernte anwenden zu müssen, erfahren sie jedoch, unter welchen Druck und Stress die Besatzung eines Schiffes in Notsituationen stehen kann. Ein Erlebnis, dass alle Schüler nicht vergessen werden. Wer einmal einem Feuer gegenüber stand oder mit eindringenden Wassermassen kämpfen musste, läuft beim zweiten Mal weniger Gefahr, in Panik zu verfallen. Und: Die Bedingungen für Schiffssicherheit sind überall gleich – egal, ob auf See, auf dem Fluß oder an Land.
