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Lehrerfortbildung im Sommer 2011


Eine fachliche und persönliche Erfahrung der besonderen Art war der Besuch des SBKR-Lehrerkollegiums bei der Wasserschutzpolizeischule in Hamburg. Wie in jedem Jahr nutzten die Kolleginnen und Kollegen die letzte Woche der Sommerferien zu einer fachbezogenen Fortbildung.
In diesem Jahr hatten sie das große Glück, als Gäste der Wasserschutzpolizeischule in Hamburg die Ausbildung der WSP und Kernbereiche des Hamburger Hafens „von innen“ zu sehen und zu erleben. Die Lehrerinnen und Lehrer aus Duisburg waren im Wohnbereich der Schule untergebracht und konnten am Frühstück und Mittagessen des Hauses teilnehmen.

Wasserschutzpolizeischule
Wasserschutzpolizeischule
Nach einer herzlichen Begrüßung stellte der Leiter des Ausbildungszentrums, der Ltd. Polizeidirektor Herr Paltian, die Schule vor.

Hier werden alle Beamten und Beamtinnen der Wasserschutzpolizei, etwa 3000 aus 15 Bundesländern, aus- und fortgebildet. Pro Jahr besuchen etwa 1200 Teilnehmer / innen die Veranstaltungen. Die Lehrgänge beziehen sich auf das gesamte fachliche Spektrum der Wasserschutzpolizei von Schleswig-Holstein bis Bayern. Das Budget der Schule wird von allen 15 Bundesländern (außer Thüringen, wo es keine Bundeswasserstraßen gibt) finanziert.

Am ersten Tag konnten die Kolleginnen und Kollegen der Binnenschifffahrt sich von der Vielfalt der angebotenen Lehrveranstaltungen selbst überzeugen und bei den verschiedensten Unterrichtsangeboten hospitieren. So werden u.a. Fachlehrgänge in den Bereichen Verkehrsrecht, Schifffahrtrecht und Schiffstechnik jeweils auf die Bereiche Binnen und See bezogen durchgeführt. Spezielle Ausbildungen erfolgen in den Bereichen Radar, Funk, ECDIS, Maritimes Englisch u.a. Ein Schwerpunkt bildet die Ausbildung im WSPS-eigenen Radarsimulator, der bei den Kolleginnen und Kollegen des SBKR natürlich auf besonders großes Interesse stieß.
Hamburger Hafen
Hamburger Hafen

Die Kolleginnen der Wasserschutzpolizei begleiteten die Gäste auch bei verschiedenen Exkursionen. So führten die WSP-Kollegen Herr Worringer und Herr Steffen die Duisburger fachkundig durch den weltweit größten fahrtüchtigen Museumsfrachter „Cap San Diego“, der als letztes noch erhaltenes Schiff einer Serie von Stückgutfrachtern aus den Jahren 1961/62 in Hamburg an der Überseebrücke liegt.

Seemannshöft
Seemannshöft
Die Kollegen der Wasserschutzpolizei ermöglichten den Landratten aus Duisburg auch einen Besuch des Schiffsmeldedienstes und der Nautischen Zentrale in Hamburg. Diese befinden sich direkt neben dem Lotsenhaus Seemannshöft, einem Backsteinbau aus dem Jahr 1914 mit einprägsamem Signal- und Beobachtungsturm an der Einfahrt des Hamburger Hafens, wo auch die Hamburger Hafenlotsen untergebracht sind. Hier konnte man den Mitarbeitern über die Schulter schauen und erhielt gleichzeitig durch den stellvertretenden Leiter des Lotsenhauses Seemannshöft eine umfassende Einführung und Information zum Aufbau und den spezifischen Aufgaben.

Der Schiffsmeldedienst sammelt Informationen über Schiffsbewegungen, Ladung, Liegeplätze , die Nautische Zentrale Seemannshöft überwacht und steuert den gesamten Schiffsverkehr des Hamburger Hafens. Dabei beeindrucken hier einerseits die allermodernste Radarausrüstung und Technik, aber auch eine riesige Magnetkarte des Hafens, auf der die einfahrenden und ausfahrenden Schiffe sowie die Liegeplätze "old-school-mäßig" per Magnetssticker dargestellt werden. Bisher hat sich nach Aussage der Mitarbeiter noch keine elektronische Alternative gefunden, die es mit der Praktikabilität des Althergebrachten aufnehmen könnte. Sehr konkret und anschaulich verfolgten die Gäste in der Nautischen Zentrale die Ankunft des unter panamesischer Flagge fahrenden, mit Containern beladenen Frachters N.Y.K. LEO und passierten am nächsten Tag bei einer ausführlichen Hafenrundfahrt seinen Liegeplatz im Hafen, wo das Schiff wieder beladen wurde.

Die ausführliche und interessante Hafenrundfahrt wurde von den Kollegen der Binnenschifffahrtsseelsorge in Hamburg ermöglicht, begleitet und geleitet.

Die Binnenschifffahrtsseelsorge führt einerseits die berühmte Hamburger Flussschifferkirche, das einzige schwimmende Kirchenschiff in Deutschland. Andererseits arbeiten die Seelsorger auch auf der Arbeitsbarkasse Johann Heinrich Wichern, mit der sie im Hamburger Hafengebiet Binnenschiffer und ihre Familien an ihrem Arbeitsplatz aufsuchen und auf der auch die Hafenrundfahrt stattfand.
Hafenrundfahrt
Hafenrundfahrt

Seebrücke Übergang Cap San Diego
Seebrücke Übergang Cap San Diego
Speicherstadt
Speicherstadt

Weiterhin konnten die Kollegen sich ein Bild von Hamburgs Speicherstadt machen, in der sich auch das Internationale Maritime Museum Hamburg mit seiner umfangreichen Ausstellung von Schiffmodellen, Gemälden und vielfältigen Exponaten aus der gesamten Geschichte der Schifffahrt befindet. Ein geführter Besuch konnte allerdings auch an einem ganzen Nachmittag nur einen kleinen Einblick in die Sammlung geben, machte jedoch deutlich, wie eindrucksvoll und gelungen die alten Speicher der Stadt restauriert wurden.

Teilnehmer/innen
Die Teilnehmer/innen und die Gastgeber Herr Worringer und Herr Paltian
Kulturelle und touristische Hingucker gab es noch mehr - einerseits mehrere Stadtgänge und Hafenfahrten im Bereich zwischen dem Historischen Hafen und den Landungsbrücken, andererseits ein Abend im St. Pauli-Theater mit einer Vorstellung des Comedian Heinz Schroth.

Der besondere Dank der Kolleginnen und Kollegen des SBKR gilt der gastfreundlichen und herzlichen Aufnahme durch die Leitung und Kollegen der Wasserschutzpolizei-Schule in Hamburg. Die Lehrerinnen und Lehrer des SBKR hoffen, sich in naher Zukunft revanchieren zu können.


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