Horizonte erweitern
Lehrer aus Deutschland und den Niederlanden gemeinsam unterwegs
Gemeinsamkeit stärken und Wissen austauschen - so könnte man das Motto der gemeinsamen Lehrerfortbildung des Schiffer-Berufskolleg, Duisburg, mit dem Scheepvaart en Transport College (STC), Rotterdam, zusammenfassen.
Es ist Montag Morgen und die Uhr zeigt 6:30. Acht Lehrerinnen und Lehrer des Schiffer-Berufskolleg RHEIN in Duisburg treffen sich, um gemeinsam nach Rotterdam zu fahren. Dort erwartet sie das Ausbildungsschiff "Princess Christina" des STC mit weiteren 20 Kollegen. Gemeinsam verbringen sie eine Woche auf dem 54,5 m langen und 7 m breiten Schiff.

Das Binnenschiff "Pricess Christina"
Die Duisburger Kollegen schätzen diese Art der Fortbildung, da sie bereits im Vorjahr gemeinsam mit den Niederländern eine Reise auf verschiedenen Wasserstraßen in Belgien, Deutschland und den Niederlanden unternommen haben. Sprachbarrieren gibt es nicht.
Dieses Jahr steht eine Fahrt von Rotterdam über diverse kleine und große Wasserstraßen bis nach Texel und über das Ijssel- und das Markermeer zurück an.
Dieses Jahr steht eine Fahrt von Rotterdam über diverse kleine und große Wasserstraßen bis nach Texel und über das Ijssel- und das Markermeer zurück an.
Der erste Reisetag zeigt sich bereits von seiner allerbesten Seite. Das Wetter ist wunderbar. Da fallen die täglich anliegenden Arbeiten wie Deckwaschen oder Küchendienst leicht. Unterwegs werden neue Unterrichtskonzepte und Trends zwischen den verschiedenen Fachkollegen beider Länder besprochen und Materialien - wo benötigt - ausgetauscht.

Fahrt durch die Niederlande"

Viele Schleusen auf der Fahrt"
Während der Fahrt werden übliche Probleme von Schiffern, die unzählige Hebebrücken und Schleusen passieren müssen, hautnah erlebt. Die langjährige Planungserfahrung des niederländischen Lehrers Chris van Eijmeren macht sich dabei bezahlt.

Frau Salomon am Steuer des Schiffes
Trotz einiger Wartezeiten vor Schleusen und Brücken passt die Tagesplanung. Wir kommen nur vier Minuten zu spät am Zielhafen an.
Am zweiten Tag geht es über Den Helder nach Texel. Vor allem die Kolleginnen und Kollegen, die Verkehrsrecht erteilen, beobachten die Beschilderung und den Übergang zur Seeschifffahrtsstraßenordnung genau.
Am zweiten Tag geht es über Den Helder nach Texel. Vor allem die Kolleginnen und Kollegen, die Verkehrsrecht erteilen, beobachten die Beschilderung und den Übergang zur Seeschifffahrtsstraßenordnung genau.
In Oudeschild auf Texel besichtigt die Gruppe dann ein hervorragendes Schifffahrts- und Strandgutmuseum und erhält eine lebendige Führung mit umfangreichen Fachinformationen zu ausgewählten Ausstellungsstücken.
Auf dem Rückweg warten vor der Einfahrt in das Ijsselmeer bereits ein Mitarbeiter der niederländischen Wasserverwaltung und eine Mitarbeiterin aus dem Planungsbüro für die Wasserstraßen in den Niederlanden.
Auf dem Rückweg warten vor der Einfahrt in das Ijsselmeer bereits ein Mitarbeiter der niederländischen Wasserverwaltung und eine Mitarbeiterin aus dem Planungsbüro für die Wasserstraßen in den Niederlanden.

Schifffahrts- und Strandgutmuseum

Bertiebszentrale Navidukt
Beide halten an Bord während der Fahrt Vorträge über die Entwicklung der Wasserstände im Ijsselmeer in den nächsten Jahren und die geplanten Schutzmaßnahmen.
Im Anschluss daran wird das vor wenigen Jahren neu errichtete Navidukt und seine Betriebszentrale besichtigt. Das Navidukt ist eine Schleusenanlage im Deich, der Marker- und Ijsselmeer trennt, die von einer Autostraße unterquert wird.
Im Anschluss daran wird das vor wenigen Jahren neu errichtete Navidukt und seine Betriebszentrale besichtigt. Das Navidukt ist eine Schleusenanlage im Deich, der Marker- und Ijsselmeer trennt, die von einer Autostraße unterquert wird.
Am Donnerstag - dem vorletzten Tag der Reise stehen noch eine "arbeitende Museumswerft" und das Barbecue auf dem Programm. Die Werft beheimatet - vor allem für die Kolleginnen und Kollegen der Maschinen- und Motorentechnik viele interessante Schätze. Die Kameras klicken ständig, denn so offen sichtbar sind die technischen Besonderheiten in modernen Schiffen nicht zu sehen. Im Unterricht lassen sich diese Fotos sicher gut zur Erklärung von Techniken einsetzen.

Die Museumswerft

Die Teilnehmer/innen an der Fortbildung
Am letzten Reisetag sind dann noch rund vier Stunden Fahrt über einen der meist befahrenen Kanäle der Niederlande und natürlich das obligatorische "Groß-Reinemachen" an der Tagesordnung. Viele Hände lassen die Arbeit leicht und schnell von der Hand gehen. Die Reisegruppe hat sich fünf Tage auf engem Raum hervorragend verstanden ... und auch gleich schon Pläne für das nächste Jahr erdacht. Gern würden alle diese Art der Fort- und Weiterbildung auch im kommenden Jahr - am liebsten mit weiteren Kolleginnen und Kollegen anderer Binnenschifffahrtsschulen aus Europa - wieder durchführen. Ob dies möglich sein wird, werden die nächsten Monate zeigen. Sicher ist aber, dass alle mit vielen neuen Ideen und Anregungen in das neue Schuljahr starten und der europäische Gedanke nicht nur an der Schultafel dokumentiert, sondern durch solche grenzüberschreitenden Fortbildungen tatsächlich gelebt wird.
