
Bootsbauer wieder sehr gefragt
40 Jahre boot - 25 Jahre Innungsstand und SBKR
Zum 25. Mal waren die Boots- und Schiffbauer des Schiffer-Berufskolleg RHEIN aus Duisburg-Homberg auf der weltgrößten Bootsausstellung, der boot Düsseldorf, vertreten. Für viele Messebesucher ist der Stand der Boots- und Schiffbauer-Innung NRW, auf dem die Auszubildenden regelmäßig ihr Handwerk präsentieren, ein "Muss" und fester Bestandteil der Messeplanung - eine Institution.

Morgentliche Lagebesprechung mit Helge von der Linden (links) und Kai Arendholz (rechts) von der Firma von der Linden aus Wesel
Gleich zwei Projekte hatten sich die Boots- und Schiffbauer für das Doppeljubiläum - 40 Jahre boot Düsseldorf und 25 Jahre ein Innungsstand auf der Messe - vorgenommen. In diesem Jahr sollte den Besuchern sowohl der traditionelle Holz-Bootsbau als auch der moderne Bootsbau mit High-tech- Materialien vorgestellt werden.
Dass Bootsbauer nicht nur geschickte Handwerker sind, sondern auch komplizierte Linienpläne - die Linienrisse - zeichnen und daraus benötigte Umrisse für Bauteile abwickeln können, stellten die Schüler des dritten Ausbildungsjahres auf der Messe interessierten Besuchern gern vor.
Dass Bootsbauer nicht nur geschickte Handwerker sind, sondern auch komplizierte Linienpläne - die Linienrisse - zeichnen und daraus benötigte Umrisse für Bauteile abwickeln können, stellten die Schüler des dritten Ausbildungsjahres auf der Messe interessierten Besuchern gern vor.
Anhand einer verkleinerten Zeichnung eines Piraten (ein kleines Segelboot) zeichneten die Schüler zunächst die Umrisse der Spanten auf weißen Platten - dem sogenannten Schnürboden - im Maßstab 1:1 auf. Anschließend fertigten Sie die Spanten anhand der maßstabgetreuen Zeichnung. Selbst die Schiffbauer, die sonst eher beim Werkstoff Stahl zu Hause sind, fertigten mit Säge und Stechbeitel die Überblattung - eine Eckverbindung für Hölzer. Später wurden die eingepassten Spanten verleimt. Gegen Ende der Messewoche stellten die Schüler auf einer vor Ort gefertigten Helling die Spanten auf, so dass die Besucher endlich erste Konturen des späteren Segelbootes erkennen konnten.

Jewgeni Pirrwitz prüft die vorgefertigten Spanten ein letztes Mal, bevor sie verleimt werden
Dieses Projekt ist bewusst für mehrere Bootsausstellungen angelegt. Im kommenden Jahr hat so die nächste Oberstufe des Bildungsganges die Möglichkeit das Boot weiter zu bauen. So entsteht über mehrere Jahre ein fertiges Segelboot. Für die fachliche Kontinuität sorgt Sebastian Funger, Bootsbauer aus Kempen.

Die Auszubildenden Torsten Schmitz, Colin Bianchi und Klaus-Peter Noll fertigen die Negativ-Decksform im Handauflegeverfahren
Für das zweite Projekt haben die Schüler im Vorfeld der Messe bereits einen Kurs im Formenbau bei der Firma von der Linden in Wesel besucht. Dort fertigten Sie unter fachkundiger Anleitung die Positiv-Form für das Deck eines mit Epoxidharzen gefertigten Segelbootsrumpfes. Auf der Messe haben die Schüler von dieser Decksform eine Negativ-Form abgenommen. Die Negativ-Form ist ein Abdruck des später gewünschten Decks. Durch die aufwändige Vorarbeit während des Kurses in Wesel hat der Abdruck des Decks (die Negativ-Form) bereits die gewünschte Oberflächengüte, so dass bei späteren Abdrücken aus dem Negativ stets Decks entstehen, die nur noch minimaler Nachbearbeitung bedürfen.
Für die Messe stellte die Firma von der Linden die benötigten Materialien und einen stets hilfsbereiten Mitarbeiter zur Verfügung.
Darüber hinaus zeigten an jedem Messetag zwei Schiffsjungen/Schiffsmädchen, die am Schiffer-Berufskolleg RHEIN zu Binnenschiffern ausgebildet werden, handwerkliche Takelarbeiten. Besucher nutzten die Gelegenheit selbst einmal einfache Knoten auszuprobieren reichlich.
Wie in den Vorjahren waren darüber hinaus viele Fragen von Jugendlichen zu Voraussetzungen und Chancen in den gezeigten Ausbildungsberufen zu beantworten. Hierzu standen täglich der Bereichsleiter für den Bildungsgang Boots- und Schiffbau, Herr Dipl.-Ing. Klaus Paulus, und natürlich alle anwesenden Schülerinnen und Schüler zur Verfügung.
Wie in den Vorjahren waren darüber hinaus viele Fragen von Jugendlichen zu Voraussetzungen und Chancen in den gezeigten Ausbildungsberufen zu beantworten. Hierzu standen täglich der Bereichsleiter für den Bildungsgang Boots- und Schiffbau, Herr Dipl.-Ing. Klaus Paulus, und natürlich alle anwesenden Schülerinnen und Schüler zur Verfügung.

Der Binnenschiffer im dritten Lehrjahr Stefan Rühle zeigt wichtige Knoten, wie den Palstek
Das Highlight für zehn Jugendliche war aber sicher der Messefreitag, der 23. Januar 2009. An diesem Tag erhielten sie nach bestandener Prüfung ihren Gesellenbrief. Die Lossprechung des Ausbildungsjahres hat inzwischen auch eine gute Tradition auf der Messe, zu der neben den Innungsmeistern auch viele "Ehemalige" kommen. In diesem Jahr übernahm die feierliche Lossprechung der Präsident des Deutschen Boots- und Schiffbauerverbandes, Herr Dipl.-Ing. Torsten Conradi.

Torsten Conradi (rechts) bei der Lossprechung der Boots- und Schiffbauer (links)
Losgesprochen wurden:
Stefan Bahr von der Bootswerft Henze vom Möhnesee, Peter Boremski von der Doriff Bootswerft aus Wassenberg, Christin Börner von der Ruderwerkstatt Kahl aus Wetzlar, Jens Büschel und Niels Heisterkamp vom Yachtbau Brune aus Erftstadt, Florian Josenhans von der Lux-Werft aus Niederkassel, Sven Leenen von der Bootswerft Martin aus Radolf-zell, Tim Lohrsträter von der Bicker-Bootswerft aus Ahlen-Dolberg, Marco Meuser von der Neuen Ruhrorter Schiffswerft aus Duisburg sowie Eva Wozniak von der Bootswert Funger aus Kempen.
Stefan Bahr von der Bootswerft Henze vom Möhnesee, Peter Boremski von der Doriff Bootswerft aus Wassenberg, Christin Börner von der Ruderwerkstatt Kahl aus Wetzlar, Jens Büschel und Niels Heisterkamp vom Yachtbau Brune aus Erftstadt, Florian Josenhans von der Lux-Werft aus Niederkassel, Sven Leenen von der Bootswerft Martin aus Radolf-zell, Tim Lohrsträter von der Bicker-Bootswerft aus Ahlen-Dolberg, Marco Meuser von der Neuen Ruhrorter Schiffswerft aus Duisburg sowie Eva Wozniak von der Bootswert Funger aus Kempen.
