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1950

"Schulschiff - Splitter"


Festschrift zum Abschluss des 5. Schiffsjungen-Lehrgangs auf Schulschiff Rhein. Herausgegeben vom Unterkursus zum 7. Juli 1950


Wer sagt was? Am Niederrhein ist eine schöne Stadt,
Die den Namen Homberg hat.
Dort ist am Rhein ein schlammig' Loch,
Man nennt es Stadthafen, wie lange noch?
In diesem Loch, es ist zum schrei'n,
Liegt ein Schiff mit Namen "Schulschiff Rhein".
Damit hat man uns nun beglückt
Und dort acht Wochen hingeschickt.
Wir sollten dort viel lernen,
Alles, von Gesetzen und Laternen.
Acht Wochen soll der Spaß wohl dauern,
Doch wir beginnen zu versauern.

Es gab zwar viele Feiertage,
Doch laufend hörte man die Frage:
Wann ist die Zeit denn endlich um?
So stöhnten viele, and're blieben stumm.

Doch um zur Sach' zurückzukommen,
Wir haben alles nicht so schlimm genommen.
Doch eines müssen wir noch sagen,
Die Lehrer sollten uns doch nicht so plagen.
Der Käp'ten meint, es geschieht uns recht,
Wir aber sind doch nicht so schlecht!
Dies sagen auch die Homberger Mädchen,
Denn von diesen gibt's so viele hier im Städtchen.

Zeigefinger Drum sind wir oft aus Rand und Band
Und wollen auch so oft an Land,
Doch wenn wir denken, es geht gut,
Vergeht uns später gleich der Mut.
Schon wieder kommt was in die Quere,
Der Käp'ten sagt kurz: "Ausgangssperre".

Auch litten wir viel unterm Küchenpersonal.
Es bereitete uns manche Qual.
Sie holten uns Kartoffelnschälen
Und suchten noch viel mehr, um uns zu quälen,
Wie Kohlen holen und Geschirr abwaschen
Und noch viele solche Sachen.

Der Koch Die Küche ist auf alle Fälle
Fürs ganze Schiff die reine Hölle.
Aber ohne diese Hölle an Bord
Wär' uns're gute Laune schon lange fort.
Drum wollen an dieser Stelle wir danken,
Allen Küchengeistern auf diesen Planken.

Um dann noch weiter zu gehn,
Sind wir nun selbst noch zu bestehn.
Man hat uns aufgeteilt in drei Stuben
Und nirgends fehlen die richtigen Buben.

Egal wo es ist, es ist was los,
Uns tut so leid der Käp'ten bloß.
Er muß sich schinden, muß sich plagen,
Um nur die Meinung uns zu sagen.

Die Polizei Wir sind von verschied'nen Reederein
Und jeder weiß andere Flegeleien,
Man nannt uns zwar 'Ihr Rindviecher!"
Doch wir denken, jetzt gerade, ran wie Blücher.

Uns wurde das ruhige Leben leid,
Drum machten wir Rabatz, eine Kleinigkeit,
Scheinbar war doch zu gut die Menage,
Wir inszenierten jetzt Kojendemontage.
Dem Käp'ten war dies garnicht recht,
Drum schimpfte er auch garnicht schlecht.

Doch zu einem Ohr rein, zum anderen raus,
Ne kleine Erfrischung macht uns nichts aus.
Mit Demontage nun Schluß gemacht,
Schon hat man was anderes ausgedacht.

Käfer Anstatt die Kojen zu demontieren
Fing man an" sie mit Junikäfern zu infizieren.
Doch als die Viecher begannen zu springen,
Mußten sie zum Bulley raus, im kalten Wasser schwimmen.
Jetzt hatte man wieder Ruh' für die Nacht,
Der Fall wurde vergessen und nicht mehr dran gedacht.

Eins fehlt uns noch in dem Gedichte,
Nämlich die gute Geldgeschichte.
Am Freitag sagt der Kapitän:
"Woll'n wir mal ans Geldverteilen gehn."
Die Meute ruft mit lautem Johlen,
"Alles mit Koffer zum Geldabholen!",
Doch o weh, wir werden starr vor Schreck,
Uns allen bleibt die Spucke weg.
Die Summe ist so schrecklich klein,
Es geht noch alles ins Portemonaie hinein.
Und sind wir Sonntag an Land gewesen,
Dann können wir nur noch Pfennige lesen.

Schiff So geht es uns, doch nicht mehr lang,
Uns macht so leicht jetzt nichts mehr bang.
Und ist dann mal vorbei das Glück,
So denken wir auch später gern daran zurück.
Allen, die zieh um uns sorgten und bemühten
Können wir nur durch ein "Danke schön!" vergüten.
Trotz allem, die Zeit in Homberg war sehr schön;
Wir sagen im Oberkurs demnächst "Auf Wiederseh'n!"


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