Europa in Deutschland
Im folgenden Bericht werde ich auf die kulturelle Vielfalt in der Binnenschifffahrt im Bereich Fahrgastschifffahrt eingehen und erläutern, dass die Binnenschifffahrt ein wichtiger Aspekt in Europa ist.
Die reguläre Fahrstrecke unseres Schiffes begrenzt sich zwar auf den Niederrhein, jedoch haben wir durch die Nähe zur niederländischen Grenze nicht nur deutsche Gäste an Bord, sondern ebenfalls niederländische. Dies hat zur Folge, dass nicht nur die niederländischen Gäste etwas von Deutschland kennen lernen, sondern wir lernen auch jede Menge über die Niederländer und deren Mentalität. Hierzu gehört unter anderem die lockere und freundliche Art mit Menschen umzugehen.

Fahrt mit einem Fahrgastschiff
Aber nicht nur Niederländer besuchen uns, denn das Schiff ist ein sehr beliebter Anlaufort für Firmenfeste. Dies kann man besonders gut zu Messestoßzeiten feststellen. Zu diesen Zeiten kommen sowohl Skandinavier als auch Südeuropäer beinahe in regelmäßigen Abständen auf das Schiff um Firmenfeste zu feiern.
Ebenfalls sehr gefragt bei unseren europäischen Nachbarn ist die Adventszeit in Deutschland, denn was hier als selbstverständlich gilt, wie beispielsweise Glühwein oder Apfelstrudel, ist im europäischen Ausland sehr beliebt.
Somit ist die Binnenschifffahrt nicht nur einer der wichtigsten und umweltfreundlichsten Verkehrsträger Europas, sondern auch ein beliebter Ausflugsort.
Aufstehen und im Ausland sein
In unserer Berufsgruppe reist man ständig und wechselt teilweise täglich die Länder - von der Schweiz über Frankreich, Deutschland, die Niederlande und Belgien. Manchmal wache ich morgens auf, schau aus dem Fenster und muss erst einmal genau überlegen, wo ich mich befinde bzw. in welchem Land. Durch die vielen Lade- und Löschstellen, die wir europaweit anfahren, hat man doch mehr mit anderen Menschen zu tun als viele Außenstehende vielleicht denken.
Dabei ist mir aber sehr deutlich aufgefallen, dass man die Menschen nicht nach ihrer Herkunft unterscheiden kann, sondern jeden Menschen als einzelnen sehen muss. In vielen Ländern habe ich total unterschiedliche Erfahrungen gemacht. In Rotterdam z.B. hatte ich mit Steigerleuten zu tun, die sehr unfreundlich waren, aber 500 Meter weiter bei der gleichen Firma waren alle total nett und witzig. Hauptsächlich sind die meisten Leute, denen man begegnet, freundlich und umgänglich. Natürlich sollte man auch darauf achten, wie man sich selbst gibt. Denn wie man in den Wald hinein schreit, so schallt es heraus.

Der Hafen in Rotterdam
Falls die sprachlichen Kenntnisse einmal nicht übereinstimmen, wird auch mal mit Händen und Füßen kommuniziert, das macht Spaß und hebt die Stimmung. Es gefällt mir, Menschen kennen zu lernen und sie beim nächsten Laden oder Löschen wieder zu treffen. So entstehen kleine Freundschaften.
Europa - das ist für meine Zeit an Bord mein Zuhause
Binnenschifffahrt in Europa
Bei mir an Bord haben wir schon ab und zu Kollegen aus anderen europäischen Ländern. Die Verständigung ist meistens kein Problem und man kommt super miteinander aus. Insgesamt merken wir in unserem Beruf immer mehr, dass die Verständigung in Europa sehr wichtig ist und immer besser klappt. Wir Binnenschiffer arbeiten im Handel und Transport zusammen, aber auch bei Flusskreuzfahrten.
Bei den üblichen Handelsfahrten werden allgemeine Güter und landestypische Waren ausgetauscht. Von dieser Zusammenarbeit profitieren alle europäischen Binnenschiffer, da Erfahrungen, Wissen und auch Kulturgut ausgetauscht werden. Bei den Kreuzfahrtreisen lernt man andere Länder und Kulturen kennen, dabei erfährt man eine Menge über die Kollegen.

Fahrt mit dem Binenschiff
Das habe ich bereits gemerkt, als ich bei einem Schiffsjungenaustausch mitgemacht habe. Die Besatzung bestand aus Deutschen, Slowaken, Tschechen und Polen. Die Verständigung war aber auch hier kein Problem und der Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft war sehr gut.
Wir in Europa - Kommunikation auf dem Schiff
Ich arbeite zur Zeit in einer niederländischen Firma. Auf den Schiffen (Schubboote) ist die Besatzung bunt gewürfelt und besteht meist aus Deutschen, Niederländern und Tschechen. Da ist die Kommunikation oft schwer, an Deck sogar manchmal die reinste Hölle. Keiner versteht etwas, aber immerhin weiß jeder, was an Bord zu tun ist.

Binenschiff auf dem Rhein
Die schlimmste Situation gab es einmal beim Koppeln im Europort in Rotterdam. Da wurde so viel über Funk gesprochen, dass es fast nicht möglich war, das zu verstehen, was wirklich für uns bestimmt war.
Schön wäre es, wenn man die Sprache noch besser verstehen oder sprechen könnte.
