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Umweltschutz
Die Klasse 6c des Clauberg-Gymnasiums (Klassenleiter P. Hermes) hat mit Herrn Buchthal, im Schulhalbjahr 2002, im Politikunterricht eine Unterrichtsreihe "Umweltschutz" durchgeführt. Ausgangspunkt der "Umweltreihe" war das Müllaufkommen auf dem Schulgelände, insbesondere des Lehrerparkplatzes. Während der ersten Stunde der Reihe wurde von den Schülern eine Müllsammelaktion durchgeführt. Hierbei wurde der Verpackungsmüll des nahegelegenen Mc Donald's Fastfood-Restaurant getrennt vom übrigen Müll gesammelt.
Die verschiedenen Müllsorten wurden abgewogen und die Volumina verglichen. Hierbei kam heraus, dass der Mc Donald's-Müll (im Folgenden McD) das geringere Gewicht hatte, aber wesentlich mehr Volumen ausmachte. Zum Vergleich sammelten die Schüler zwei große blaue Müllsäcke mit McD-Müll, wogegen der Restmüll in zwei kleine schwarze Eimer (vom Hausmeister) paßte. In den folgenden Stunden haben die Schüler das Problem als Umweltproblem definiert und nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Die Klasse entschied sich dazu, einen Brief an die Geschäftsführung von McD zu schreiben, welcher von allen Klassenmitgliedern und dem Politiklehrer unterschrieben wurde. In dem Brief wurde auf das bestehende Problem der Verschmutzung hingewiesen. Die Schüler boten der Geschäftsführung an, gemeinsam an dem Problem und dessen Lösung zu arbeiten. Den Zeitraum bis zur Beantwortung des Briefes durch die McD-Geschäftsführung nutzte die Klasse damit das individuelle Umweltverhalten zu erforschen. Bearbeitet wurden die Bereiche "Duales-System", "Papier- und Glasrecycling", Strom- und Wasserverschwendung im eigenen Haushalt". Hiernach wurde der Blickwinkel der Umweltverschmutzung dahingehend erweitert, dass sich die Schüler gefragt haben, ob das McD-Müllproblem nur ein Problem unseres Schulhofes ist, oder ob es anderswo Auswirkungen des geschäftlichen Treibens McD gibt. Ein Hambuger = ein Baum? In den folgendenen Stunden erarbeiteten die Schüler, dass es zwischen dem tropischen Regenwald in Lateinamerika (hier am Beispiel Costa Ricas) und der Fastfoodkette McD einen Zusammenhang gibt. Konkret stellte sich heraus, dass große Flächen des Regenwaldes brandgerodet werden, um Weidefläche für die Rindfleischproduktion zu erhalten. In Folge dieser Maßnahmen, kommt es zu einer erhöhten Bodenerosion (Desertifikation), da der Boden bei Regen weggespült und bei Wind weggeblasen wird. Damit der bis dahin fruchtbare Boden als Weide genutzt werden kann, müssen große Mengen an künstlichem Dünger auf die Flächen gebracht werden. Zu dieser Belastung, so wurde erarbeitet, kommt hinzu, dass Antibiotika und wachstumsstimulierende Mittel den Rindern verabreicht werden, um die Produktivität pro Hektar Weidefläche zu erhöhen. Die Brandrodung für sich, aber auch die anschließend fehlenden Regenwälder führen zu einer Klimaveränderung, die sich auch in unseren Breitengraden nachhaltig und negativ bemerkbar macht. Der Regenwald als die "Grüne Lunge der Erde" erfüllt auch für uns hier in Europa eine lebenswichtige Funktion. - "Woher bekommen wir unseren Sauerstoff, wenn bei uns im Winter die Bäume kahl sind?" Neben dem Umweltaspekt stellte sich für die Schüler heraus, dass es auch ein soziales Problem und ein Problem des Tierschutzes gibt. Die Flächen, welche für die Rinderzucht befinden sich im Besitz weniger Großgrundbesitzer oder ausländischer Firmen. Die einfachen Landarbeiten, deren Lohn kaum zum überleben reicht, haben kaum etwas von der Rinderzucht. Sie wandern mit ihren Familien als Wanderarbeiter ohne soziale Sicherung durch das Land auf der Suche nach einer möglichen Beschäftigung. Durch diese "Arbeitspolitik" werden die Produktionkosten gering und die Gewinne für die Züchter hoch gehalten. Beides führt dazu, dass die Hamburger zu einem für uns annehmbaren Preis verkauft werden können. Daneben ist den Schülern die Schlachtmethode der Rinder sehr negativ in Erinnerung geblieben. Die Tiere wurden vor dem Schlachten nicht betäubt, bzw. waren unmittelbar vor dem Zerlegeprozess noch lebendig. Ein Tierschutzgesetzt im europäischen oder bundesrepublikanischen Sinne existiert nicht. Der Geschäftsführer der vier Duisburger McD-Filialen kam zu einem Unterrichtsbesuch in die Klasse 6c, um sich den Fragen der Schüler zu stellen. Nach dieser Stunde stellten die Schüler fest, dass es hier um einen Interessenkonflikt handelt, der von den beteiligten Parteien aus unterschiedlicher Sicht betrachtet wird. Der Geschäftsführer versuchte die Stunde als Podium zur Bewerbung seine Unternehmens zu nutzen, die Klasse versuchte auf die verschiedenen Probleme aufmerksam zu machen. Letztendlich stellte sich heraus, dass das Müllproblem auf unserem Schulhof mehr ist, als nur ein "lokales Problem", welches sich auf die unmittelbare Umgebung beschränkt, sondern einen durchaus globalen (weltweiten) Charakter besitzt, der sich sich nicht nur auf die Umwelt beschränkt, sondern in betroffenen Ländern, soziale Ausmaße erhält. Eine Problemlage, die nicht eine Seite allein zu lösen in der Lage ist, sondern ein gemeinsames Handeln erfordert und vom individuellen Handeln abhängt, denn "Die Hamburger schmecken trotzdem gut!" (Zitat einiger Schüler).
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