I. Kurzinformation

Infomaterial zum deutsch-italienischen Schüleraustausch zwischen dem Clauberg-Gymnasium Duisburg und dem Liceo Scientifico Statale "Tito Lucrezi Caro" in Cittadella, Provinz Padua, in der Zeit vom 20. - 27.9. 2001.

Cittadella ist eine Kleinstadt von 14000 Einw. in Venetien in der Provinz Padua.. Das Liceo "Tito Lucrezio Caro", ein klassisches Gymnasium mit den Schwerpunkten Neue Sprachen, Literatur, Alte Sprachen und Kunst und Mathematik, suchte eine Schule in Deutschland, um über einen Schüleraustausch die Motivation für die neu eingerichteten Deutschkurse zu erhalten und zu stärken. Das Gymnasium ist mit 45o Schülern, die aus der Stadt und den umliegenden Gemeinden kommen, etwa so groß wie das Clauberg - Gymnasium.

Auffällig schon auf der Landkarte ist die Stadt Cittadella durch seine kreisrunde Form mit einer einzigen Straßenkreuzung in der Mitte. Die kreisrunde Mauer mit den vier Toren ist noch völlig intakt, und das Teatro Sociale, das Gemeindetheater aus dem 19. Jahrhundert steht auch für Theateraufführungen der Schule offen und wird von dieser eifrig für ihre ambitionierten Stücke der Klassik und Moderne genutzt.

Das Clauberg - Gymnasium freut sich natürlich, dass wir in Duisburg in der Lage sind, ein interessantes und anspruchsvolles kulturelles Programm anbieten zu können für die 30 Schüler und Schülerinnen und zwei Lehrerinnen, die uns hier besuchen. So wollen wir im Anschluss an den Besuch im Rathaus den Innenhafen besichtigen und das Binnenschifffahrtsmuseum, am Samstag steht ein Besuch im Lehmbruck - Museum und abends im Theater am Marientor die Ballettaufführung "Schwanensee" von Peter Tschaikowski auf dem Programm.

Während der Sonntag den Unternehmungen in der Familie gewidmet ist, planen wir für Montag eine Fahrt nach Linz am Rhein sowie eine Besichtigung des Kölner Doms. Am Dienstag schließlich werden die Schüler des Clauberg - Gymnasiums und italienischen Schüler eine Führung im Landschaftspark Nord von fachkundigem Personal bekommen.

Besonders freut uns natürlich, dass so viele Eltern deutscher und ausländischer Herkunft am Clauberg - Gymnasium bereit waren, sich auf diesen Austausch einzulassen und italienische Schüler an ihrem Familienleben teilhaben zu lassen und für sie zu sorgen. In der Familie wie bei den gemeinsamen Unternehmungen werden die ital. Schüler natürlich auch den Wert des Lernens ihrer Fremdsprache "Deutsch" kennen lernen. Ebenso natürlich auch bei der Teilnahme am Unterricht. Die Austauschschüler werden also wirklich Leben in Deutschland in der Schule und in den Familien kennen lernen und sehen, wie ihre Altersgenossen hier leben.

Wir hoffen, dass wir diese Partnerschaft ausbauen können und schon bald auch zusammen mit der englischen Partnerschule von Cittadella uns gemeinsam an Projekten wie "Strukturwandel" und "Stadtteilarbeit" im Rahmen des EU-Bildungsprogramms "Sokrates" beteiligen können.

Reinhard David

 

 

II. Tagebuch

Tagebuch während des Besuchs unserer italienischen Gäste
(20. - 27. 9. 2001)


Liebes Tagebuch,
das waren Tage! Abends spät ins Bett, und morgens früh raus! Und dann noch die Erkältung im Leib! Wie habe ich das nur ausgehalten?! Hach, es ist die Jugend, die hält uns in Schwung! Das sagten sich jedenfalls die Lehrer, hinterher. Aber auch die Schüler waren ganz schön im Stress. Doch fange ich am besten von vorne an! - Ganz von vorne? Ab ovo sozusagen? Wie alles anfing? Damals im Frühjahr in Cittadella? Oder noch früher?
Ach nein, springen wir mitten hinein!

Der Donnerstag, der 20.9.
Es regnete, als mich der Schulleiter, Dr. Freytag, mit dem Wagen zum Flughafen mitnahm. Ankunft unserer Gäste sollte dort um 16.25 Uhr sein, doch als wir, wenn auch knapp, so doch pünktlich, aus dem Gewirr des Parkhauses an den Ankunfts-Terminal gehen wollen, steht schon am Ausgang, in Bus-Nähe, eine große Schülergruppe neben ihren Koffern - und Heike Salisch. Mühsam erst erkennt man unter den vielen jungen Mädchen die zwei Lehrerinnen, die, weniger verschüchtert als die 23 Schülerinnen und 5 Schüler, winken, als sie uns sehen. Das Geheimnis der Stille: Marina und Patrizia haben ihren Schülern noch im Flughafengebäude eingebläut:
"Jetzt heißt es still sein - wir sind in Deutschland!"
Der Bustransfer durch dichten Regen über Land zum Clauberg-Gymnasium in Hamborn, im Duisburger Norden, wird weiterhin mit einer sehr ruhigen, disziplinierten Klasse absolviert, die nur ab und zu durch "Ahs" und "Ohs" Erstaunen zeigt - darüber, dass alles so anders oder so gleich ist wie in Italien?

Liebes Tagebuch,
der kleine Empfang im Clauberg-Gymnasium war eher eine kleine Katastrophe:
Das fing schon damit an, dass die Türen der Schule nicht aufgingen, nachdem sich die deutschen und italienischen Schülerinnen beäugt und schließlich auch gefunden hatten und nun einen kleinen Imbiss in der Mensa einnehmen sollten. Ein Teil musste von hinten, durch die Küche, reinkommen. Und dann der kalte Nudelsalat! - liebes Tagebuch, ich muss zugeben, er war meine Idee! Doch nie werde ich Andreas Gesicht vergessen, als ich ihm die große Schüssel rüberschiebe und er wohl meint, er müsse alles essen, mit dem großen Löffel da drin, und ängstlich fragt, ob er sie weiterreichen darf.
Als der Schulleiter dann noch zu seiner Rede ansetzte, war das Eis zwischen Gästen und Gastgebern schon gebrochen und alle wollten schnell nach Hause - und ich ahnte, wir würden auf fünf von sechs großen Schüsseln Nudelsalat sitzen bleiben.

Der Freitag, der 21.9.,
begann um 8.oo h mit einer Begrüßung unserer italienischen Gäste durch unseren Schulleiter im Lehrerzimmer. Hier zeigte er wieder sein Herz für die Jugend, als er die deutschen Gastgeber, die draußen vor der Tür standen, einfach mit rein nahm: War´s nun auch voll, so entstand doch eine warme, herzliche Atmosphäre.Nach den Begrüßungsreden und dem Überreichen der Begrüßungs - Präsente waren die italienischen Schüler für 2 Stunden Gäste im Unterricht ihrer Gastgeber.
Danach fuhren wir mit der Straßenbahn zum Duisburger Rathaus, und hier bahnte sich das für die folgenden Tage dauernde Problem der Staßenbahnkarten an - doch wie es in Zukunft lösen, bleibt mir ein Rätsel.

Liebes Tagebuch,
wie soll man unter 56 Leute, die in Zweier-Gruppen aufgeteilt sind, und außerdem nicht alle zusammen wohnen, die 12 preiswerten Tageskarten verteilen, die immer für fünf Personen bestimmt sind?
Jedenfalls hatten wir um 11.oo h einen Empfang bei Frau Bürgermeisterin Janicki im Rathaus und lernten so auch dieses schmucke Gebäude aus dem Jahre 1898 mal von innen kennen und wurden mit Historie und Verwaltung vertraut gemacht. Marina hielt , nun schon routiniert, ihre nächste Dankrede und brachte die Bürgermeisterin mit ihren Grüßen und ihrem Gastgeschenk fast ein wenig in Verlegenheit.
Na, jedenfalls sind wir jetzt alle stolze Besitzer einer Duisburg - Anstecknadel. Nach einem Bummel durch den Innenhafen und über die Königstraße, wo die Buden und Attraktionen des Stadtfestes lockten, ging es - mit der Straßenbahn - um 14.00 h zur Führung im Binnenschifffahrtsmuseum Ruhrort.

Liebes Tagebuch,
es war das erste Mal, dass ich ein solches Besichtigungsprogramm zusammengestellt habe - also meinetwegen muss es für dass Binnenschifffahrtsmuseum - trotz der drei fff - kein nächstes Mal geben. Dann doch lieber ein Spaziergang am Rhein entlang.
Nach der Führung war es aber auch höchste Zeit für die Schülerinnen, nach Hause zu kommen: Abends war nämlich Kennenlern-Party im Clauberg - Keller. Um es kurz zu machen: Verstärker und Lautsprecher erwiesen sich leider als nicht kompatibel, doch den Schülerinnen und Schülern, die, ohne elektronische Musik, Kennenlern-Spiele aus alten Kindertagen reaktivieren mussten, hat's trotzdem gefallen.

Liebes Tagebuch,
spät war's wieder geworden, die Erkältung nagte immer noch an mir, doch an heilsames Ausschlafen war nicht zu denken, denn wenn es das Lehmbruck-Museum in Duisburg gibt und man da den Landsleuten Michelangelos die Werke seiner späten, aber nicht minder berühmten Künstlerkollegen zeigen kann, dann soll man sich das nicht nehmen lassen. Also ging es am Samstag, dem  22.9. zur moderaten Zeit, um 11.00h zu einer Didaktischen Führung der Plastiken des Lehmbruck-Museums. Die Kustodin des Museums, Frau Dr. Brüninghaus - Knübel bot auf Deutsch und Italienisch Lehrern und Schülern eine tolle Hinführung zu den Schätzen dieses Museums und hatte auch Verständnis, als die Konzentration nach 11/2 Stunden langsam nachließ. Der anschließende Stadtbummel wurde durch eine Kaffeetafel in der Kaufhof - Kantine gekrönt, wo wir uns hatten anlässlich der Veneto - Wochen des Hauses einladen lassen. Die Tortenstücke waren riesig, und mancher hatte Glück und bekam sogar zwei.

Liebes Tagebuch,
du glaubst nicht, wie oft ich in diesen Tagen an der Kasse des Stadttheaters war, um die sich dauernd ändernden Kartenwünsche für die abendliche Ballettaufführung zu befriedigen: Der Abend hatte sich Tags zuvor als Revolutions-Stück angekündigt, drohte zwischendurch zum Drama zu werden und endete, wie geplant, als klassisches Ballett "Schwanensee" mit nahezu kompletter Beteiligung unserer Clauberg-Schüler.

Der Sonntag, der 23.9.,
war den Unternehmungen in der Familie vorbehalten.

Liebes Tagebuch,
du kannst dir nicht vorstellen, wie ich es genoss, einmal länger zu schlafen und mich auf verständige, allem Schönen aufgeschlossene Kolleginnen erst am frühen Nachmittag freuen zu können. Der Besuch in der Küppersmühle mit seinen modernen "Schinken" wurde dann auch wirklich zu einem Erlebnis, wozu auch die Mitmach - Mal - Aktion einer Düsseldorfer Kunstschule beitrug: Endlich konnte ich mich wieder einmal mit Farbe und Pinsel betätigen, und mein Bild wird ausgestellt, ich werde es sehen können - wenn ich es unter den vielen anderen ähnlichen überhaupt wiedererkenne. Auch die Mercator-Globen und -Atlanten im Stadthistorischen Museum machten in ihrem dämmerigen Kabinett einen guten Eindruck auf die interessierten Besucher aus Italien und Duisburg.

Tja, liebes Tagebuch, Duisburg hat wohl doch mehr zu bieten, als ich immer geneigt bin zu sehen - obwohl: ein bisschen besser präsentiert könnte es schon werden, und überhaupt... Auch der Abschluss im Drei-Giebel-Haus mit seiner anspruchsvollen Küche fand unsere ungeteilte Zustimmung, und so gingen wir alle zufrieden und gut gestärkt nach Hause, um den anstrengenden Ausflug des nächsten Tages gut überstehen zu können.

Ja, liebes Tagebuch,
der Montag, der 24.9., der war dann so recht ein Tag nach dem Geschmack des Rheinländers: Das Wetter erst neblig, dann sonnig, der Rhein prächtig zwischen den Weinbergen gelagert, die Ortschaften lieblich am Flussufer gelegen, die Städte geschichtsträchtig und doch einladend. Und eine Schülerin kommt mit ihrem Gast zu spät zur Bahn - und wird bis nach Sinzig von ihrem Vater mit dem Auto gebracht. Ich konnte sie von der Fähre in Empfang nehmen, die schon Turgenjew für seine Überfahrten von Sinzig nach Linz benutzte - oder jedenfalls ihre Vorgängerin.
Von Linz, dieser typischen rheinischen Stadt mit ihren Türmen und Fachwerkhäusern, ging es dann gegen Mittag mit der "Moby Dick" auf dem Rhein, vorbei an Weinbergen, schmucken Städtchen und dem Drachenfels mit seiner Burgruine, nach Bonn, wo wir alle am liebsten geblieben wären und uns im Hofgarten vor der Residenz gesonnt oder gespielt hätten, doch das unerbittliche Kulturprogramm hatte noch einen Stopp in Köln mit Dom-Führung in italienischer und deutscher Sprache vorgesehen. Die deutsche Führerin war eher lustlos, die italienische kam zwar verspätet, doch brachte sie dafür den nötigen Schwung mit. Leider kam so der vorgesehene Stadtbummel zu den weiteren Sehenswürdigkeiten der Stadt wie Alter Markt, Hohe Straße/Schildergasse und das Shopping zu kurz, denn um halb sieben Uhr wollten wir schon wieder in Duisburg sein: Insgesamt wars ein langer, interessanter aber auch anstrengender Tag. Und für uns Lehrer noch lange nicht zu Ende, denn für den Abend hatte uns Dr. Freytag zum Essen in die "Kartoffelkiste" eingeladen. Typisch niederrheinisch, wie er uns, selbst ein Kind der Gegend, versicherte, während er von den einfachen Kartoffelgerichten seiner Kindheit schwärmte, die es hier noch originalgetreu gebe. Ansonsten ließen wir die vergangenen Tage Revue passieren, die nach aller Übereinstimmung zu vollster Zufriedenheit verlaufen waren und machten Pläne für den Austausch in den kommenden Jahren.
So, liebes Tagebuch, fand dieser Tag seinen späten Abschluss und ließ uns alle müde ins Bett sinken, für einen kurzen Schlaf.

Der Dienstag, der 25.9.,
bescherte den Schülerinnen und Schülern zunächst die Teilnahme am Unterricht und dann eine Feier der besonderen Art: Unserer Schule wurde von einer Duisburger Anti-Rassismus-Initiative der Titel "Schule ohne Rassismus" zuerkannt, und während die Preisverleihung mit den obligaten Reden noch allgemeine Zustimmung fand, gingen die Meinungen zu dem kulturellen Beiprogramm, das "Klaus der Geiger" bestritt, schon auseinander. Die Meinung unserer italienischen Gäste zu ihrem Eindruck dieses kulturellen Ereignisses einzuholen versäumte ich.
Dafür stellte sich die für den Nachmittag angesetzte Führung durch das alte Hüttengelände im Landschaftspark Nord als ganz unterhaltsame, kurzweilige Sache heraus.

Ich will nicht sagen, liebes Tagebuch,
dass ich ein besonderer Freund dieser schrottreifen Industrieanlagen bin, die mit EU - Geldern zum Landschaftspark aufgemotzt werden, um den großen Industriefirmen die teure Entsorgung und Dekontamination zu ersparen, aber den italienischen Schülern scheint es doch Spaß gemacht zu haben, auf alten Hochöfen herumzuklettern und in perfektem Italienisch von einem Führer alle Details erklärt zu bekommen. Und als dann alle noch durch eine lange Röhre rutschen konnten, war die Freude vollkommen.

Unsere Schüler mussten dann alle schnell weg, zum Shoppen ins Centro Oberhausen.
Ich weiß zwar nicht, liebes Tagebuch,
was es da besonderes gibt, das man nicht in jeder Basarstraße kaufen kann, aber so ist sie nun mal, die Jugend: Shoppen, bei Mc Donalds einen Hamburger mit Cola essen, Jeans kaufen und noch ein Eis zu sich nehmen - alles unter einem Dach, das macht ihr Freude.
Wir dagegen wurden bei Heike von kulinarischen Köstlichkeiten verwöhnt, die Marina und Patrizia zubereitet hatten, und so endete auch dieser Tag in einem zufrieden-wohligen, aber leider wieder zu kurzen Schlaf.

Liebes Tagebuch,
so schnell vergeht die Zeit. Nun war schon der Mittwoch, der 26.9. gekommen, der letzte Tag des Aufenthalts unserer Gäste, und es sollte wieder ein langer, ausgefüllter Tag werden. Vormittags war noch einmal für die Schülerinnen und Schüler Teilnahme am Unterricht ihrer Gastgeber vorgesehen, und auch die Lehrerinnen guckten sich interessiert ein paar Deutschstunden an. Danach wussten sie manches unterschiedliche zu einem Unterricht in Italien festzustellen, insbesondere, dass der Redebeitrag unserer Schüler viel größer sei als der von Schülern in Italien im Unterricht. - Liebes Tagebuch, unter uns gesagt: Nur so lassen sich wohl auch für Lehrer die 60 Minuten dauernden Unterrichtsstunden in Italien aushalten. - Ebenso konnten sie feststellen, dass manche unserer Schüler viel im Unterricht zu sagen wüssten, obwohl sie ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. - Tja, liebes Tagebuch, das ist Können.
Den Abschluss der Unterrichtszeit bildeten dann zwei Stunden gemeinsamer Auswertung des Austauschprogramms.
Hier, liebes Tagebuch, ließen sich dann doch gewisse Unterschiede in der Wahrnehmung und Einschätzung der Programmpunkte feststellen, die wohl anderen Schulerfahrungen und einer anderen Interessenlage der deutschen und italienischen Schülerinnen und Schüler geschuldet sind.
Bemängelten die deutschen Schüler ein zu großes Pflichtprogramm, so waren die italienischen Schülerinnen über das relativ hohe Maß an Freizeit erfreut.
Stöhnten die deutschen Schülerinnen über zu viele Museumsbesuche und Kulturveranstaltungen, so sahen die Italiener darin einen Höhepunkt ihres Aufenthalts in Duisburg. Einig war man sich jedoch darin, dass der gemeinsam in den Familien oder in Gruppen verbrachte Sonntag mit vielen Freizeitaktivitäten wie Schlittschuhlaufen oder Zoo-Besuch einen der Höhepunkte der vergangenen, gemeinsam verbrachten 7 Tage darstellte.

Der nächste Höhepunkt, liebes Tagebuch, kam dann am Abend:
Die große Abschiedsparty im Clauberg - Oberstufenraum. Diesmal klappte es mit der Musik, die Stimmung war herzlich, manch Paar hatte sich in diesen Tagen gefunden, es wurde getanzt und gelacht, und die Lehrerschaft des Clauberg-Gymnasiums zeigte durch zahlreiches Erscheinen, - ein Schüler spöttelte sogar, dass hier eine Schüler-Fete und keine Lehrerkonferenz stattfinden sollte - dass ihnen dieses Austauschprogramm ein Herzensanliegen war. Ja, liebes Tagebuch, ich war gerührt, dass dieser Austausch so positiv aufgenommen worden war, mehr noch aber über die jungen Menschen, die nach Ende der Fete noch lange nicht nach Hause gehen wollten und sich noch so viel zu sagen hatten.

So kam denn der Donnerstag, der 27.9. 2001, der Tag des Abschieds.
Der Himmel, liebes Tagebuch, weinte und mischte seine Tropfen mit den Tränen der Schülerinnen und Schüler, die draußen vor der Schule auf den Bus warteten, des Regens nicht achtend, so sie keinen Schirm hatten, und sich noch so viel zu sagen hatten und wohl auch die Worte nicht fanden, und sich in der Gewissheit verabschiedeten, dass es ein Wiedersehen im Frühjahr in Cittadella gibt - und außerdem ja auch noch Internet und Telefon und die gute alte Post.

Reinhard David